PROGRAMM

Foto: Radar
Jakob Wassermann (1873 – 1934), ein deutscher Erzähler jüdischer Herkunft, war ein zu Lebzeiten viel gelesener Erzähler, Essayist und Romancier in Deutschland und Österreich. Seine Themen waren die deutsch-jüdische Identität und die Überzeugung, seine Literatur könne ein neues, gerechtes und humanes Menschentum fördern. Er erlebte die Phasen der Assimilation der jüdischen Bevölkerung. Er sah aber immer auch die Schwierigkeiten der Doppelidentität von Judentum und Deutschtum in einer Person bei verstecktem und offenem Antisemitismus. Ronald Klingler analysiert die Autobiographie des Autors.

Dauer 2 Stunden
Radio Darmstadt, 103,4 Mhz und im Internet auf www.radiodarmstadt.de

Konzept und Sprache: Ronald Klingler, Produktion: Helmuth Müller, Redakteur bei Radio Darmstadt, Sendung: Jiddische LebensArbeit

25. NOVEMBER

Foto: Anna Meuer
Hans Neumann ist ein Phänomen. Der Sozialdemokrat aus jüdischem Elternhaus in der schlesischen Hauptstadt Breslau war in seiner bildungsbürgerlich aufgestellten Familie eine rote Ausnahme. Neumann sah als linker Sozialdemokrat in den 1930er Jahren in Bezug auf das NS-Regime manches schärfer und klarer als der Rest seiner Familie. Er flieht nach Prag im Jahr 1936. Damit beginnt für ihn eine zehnjährige Odyssee im Kampf gegen Nationalismus und Faschismus. Und er muss nach der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht die Frage beantworten, wo er und seine Familie zukünftig leben wollen. Das Tragische wie Ermutigende dieser Biographie ist vorzüglicher Lese- und Denkstoff gleichermaßen.

Literaturhaus, Kasinostraße 3, 64293 Darmstadt (Vortragssaal)
Eintritt frei, um Spenden wird gebeten

Veranstaltet von Paul-Hermann Gruner und der Gesellschaft Hessischer Literaturfreunde e.V.

28. NOVEMBER

Foto: Frei
Zum Abschluss der Festjahresreihe in Darmstadt präsentieren Karsten Troyke und das Trio Scho Yiddish Tango, Russian Swing und Songs aus Berlin von gestern bis heute. Als einer der bedeutendsten Interpreten jiddischen Liedguts wird Troyke vor allem nachgesagt, dass er mit den schwierigsten Texten und ambivalenten Gefühlslagen spielen kann. „SCHO“ (russisch „schto“) ist ein Slang-Wort und heißt so viel wie „Was soll sein?!“ – und für Trio SCHO bedeutet es „Wir machen Musik, unsere Musik!“ 1991 in Poltava gegründet und seit 1994 in Berlin. Zum Repertoire des Trios gehören russische Lieder aus den „Goldenen Zwanzigern“ bis in die Jetzt-Zeit. Mit freundlicher Unterstützung durch den Zentralrat der Juden in Deutschland.

Centralstation Darmstadt, Im Carree, 64283 Darmstadt

Leider wird diese Veranstaltung aufgrund der aktuellen Corona Situation abgesagt.

Veranstaltet von der Jüdischen Gemeinde Darmstadt in Kooperation mit der Centralstation Darmstadt

AUSTELLUNGEN

Foto: Disputation 1488, Stadtbibliothek Colmar
Lernen Sie die faszinierende Persönlichkeit des „Befehlhaber der teutschen Judenheit“ kennen! Dem elsässischen Rabbiner, Händler und Geldverleiher gelingt es durch sein diplomatisches Geschick, seine Netzwerkerei und seinen guten Draht zu Kaiser Karl V. über 40 Jahre lang immer wieder, jüdische Gemeinden oder Einzelne vor Vertreibung und falschen Anschuldigungen zu schützen. Die Ausstellung beschreibt auch Josels aufregendes zeitgeschichtliches Umfeld.
Prof. Friedrich Battenberg (TU Darmstadt) gehört zu den ausgewiesenen Kennern von Person und Wirken Josels. Er stellt ihn bei der Eröffnung vor.

Das Offene Haus, Rheinstr. 31, 64283 Darmstadt

Veranstaltet von Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Darmstadt e.V., Evangelische Erwachsenenbildung und Jüdische Gemeinde, VHS Darmstadt, VHS Darmstadt-Dieburg
Foto: Kunstsammlungen Zwickau, Max-Pechstein-Museum, Foto-Atelier Lorenz
Als treibende Kraft der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts war der jüdische Maler Max Liebermann in ganz Europa vernetzt. Er verband die deutsche mit der französischen und holländischen Kunst auf eindrucksvollem Wege. Er hat den Realismus beeinflusst und den deutschen Impressionismus geprägt. Aber wer war er wirklich? Das Hessische Landesmuseum zeigt das vielfältige Werk des Künstlers sowie Gemälde seiner großen Vorbilder in einer bisher nie zuvor gesehenen Fülle. Dazu haben zahlreiche nationale und internationale Leihgeber*innen sowie Privatsammler*innen beigetragen.

Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Friedensplatz 1, 63283 Darmstadt
Eintritt: 12 €, ermäßigt 8 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre Eintritt frei
Das Ticket berechtigt auch zum Besuch der Ständigen Sammlung

Veranstaltet vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Foto: Cod. Or. 8 - ULB
Jüdisches Kulturgut vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert in einer virtuellen Ausstellung Handschriften, Bücher und Druckgrafiken zeugen vom reichen Anteil der jüdischen Bevölkerung am kulturellen Erbe in Südhessen, Deutschland und Europa. In Darmstadt reicht das Spektrum von der mittelalterlichen Pessach-Haggadah über frühneuzeitliche Judenordnungen bis hin zur Literatur der Aufklärung und des jüdischen Vereinslebens im 20. Jahrhundert. Die Ausstellung thematisiert vielfältige Aspekte von Religion und Brauchtum, Recht und Organisation, Musik und Literatur aber auch von Antijudaismus und Antisemitismus im Laufe der Jahrhunderte.

Veranstaltet von TU Darmstadt und Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

RAHMENPROGRAMM

Foto: Antje Herden
Ich werde noch meschugge. Was ist das nur für ein Tohuwabohu? Siehst du die mauschelnden Ganoven? Du ausgekochtes Schlitzohr. Es gibt viele Wörter, die wir benutzen, und die auf die hebräische Sprache zurückgehen. Manche geraten etwas in Vergessenheit. So wie „Tohuwabohu“, das große Durcheinander, von dem vielleicht nur noch die Großeltern reden. Andere kommen neu hinzu, wie „masel tov“, das „viel Glück“ bedeutet. Im Schreibworkshop gehen wir nach solchen jüdischen Wörtern auf die Suche, wir halten sie oder entdecken sie neu und schreiben Kurzgeschichten drum herum.

Jahrgangsstufen 4 und 5; Größe der Gruppe: eine Schulklasse. Dauer: 2 x 2 Schulstunden, auch digital möglich. Drei Workshops können in Reihenfolge der Anmeldung kostenlos angeboten werden, Anfragen per E-Mail an: info@centralstation-darmstadt.de

Veranstaltet von Kulturfreunde Centralstation e.V.
Foto: Jens Rotzsche
Wir machen einen kurzen Comic von 2-4 Seiten und bekommen dabei einen Einblick in Characterdesign und Storytelling. Auch die Bereiche: Zeichnen, Anatomie, Proportionen, Perspektive, Dramaturgie, Bildausschnitte, grafisches Erzählen ... werden angerissen. Man muss gar nicht besonders gut zeichnen können, um Comics zu machen. Auch mit Strichmännchen kann man tolle Geschichten erzählen.

Jahrgangsstufen 7 bis 12, Größe der Gruppe: eine Schulklasse, Dauer: 3 x 2 Schulstunden, auch digital möglich
Drei Workshops können in Reihenfolge der Anmeldung kostenlos angeboten werden, Anfragen per E-Mail an: info@centralstation-darmstadt.de

Veranstaltet von Kulturfreunde Centralstation e.V.
Foto: Jörn Heilmann
Graffitis sind fester Bestandteil unseres Alltags. Als Sinnbild kreativer Ausdrucksweise haben sie sich im Stadtbild, in Kunst und Werbung fest etabliert. In unserem Workshop haben die Teilnehmer*innen Gelegenheit, Techniken von Streetart und Graffiti unter professioneller Anleitung experimentell zu er-proben. Geläufige Begriffe jiddischer Sprache und ggf. Symbole aus dem jüdischen Kulturkreis stehen hierbei im Fokus. Zum Abschluss erhält jeder Teilnehmer ein individuell gestaltetes „meschugge-T-Shirt“ als Erinnerung (weißes T-Shirt bitte individuell mitbringen).

Größe der Gruppe: 10 Teilnehmer*innen plus Lehrkraft, Dauer: 3 Stunden
Drei Workshops können in Reihenfolge der Anmeldung kostenlos angeboten werden, Anfragen per E-Mail an info@centralstation-darmstadt.de

Veranstaltet von Kulturfreunde Centralstation e.V.
Gestaltung: Studio Krimm, Berlin
Begleitend zur Ausstellung erscheinen in der Podcast-Reihe des HLMD drei Folgen mit unterschiedlichen Themen und interessanten Interviewpartner*innen:
5. Folge (Veröffentlichung im Juli 2021):
„Ich. Max Liebermann…“ Vom Wannsee-Garten bis zu Modern Gardening
Dr. Martin Faass im Gespräch u. a. im Gespräch mit Anne Petersen, Chefredakteurin des Magazins „Salon“
6. Folge (Veröffentlichung im September 2021):
„Ich. Max Liebermann…“ Jüdisches Leben in Deutschland um die Jahrhundertwende
Dr. Martin Faass im Gespräch mit Anne Petersen, Chefredakteurin des Magazins „Salon“ und Sven Lieberenz, Gärtner der Liebermann-Villa.
7. Folge (Veröffentlichung im November 2021):
»Ich. Max Liebermann…« Heimat in Europa©!? Jugendliche und ihr Blick auf einen Begriff mit langer Tradition Podcast mit einer Schulklasse aus Darmstadt und spannenden Gesprächspartner*innen

Veranstaltet vom Hessischen Landesmuseum Darmstadt
Foto: Wellnitz
Stefan Zitzmann, Betreiber des Wellnitz am Kantplatz in Darmstadt, fühlt sich der jiddischen Kultur Deutschlands und Osteuropas in vielfältiger Weise verbunden. Aus diesem Grunde ist es ihm ein Herzensanliegen, zum Festjahr einen kulinarischen Teil beizutragen. Schwerpunkt soll die aschkenasische Küche, die Küche der osteuropäischen Juden, sein, die stets ein wenig im Schatten der Sephardischen steht.

Eine Woche lang bietet das Wellnitz „Klassiker“ wie gefillte Fisch oder Tscholent an, genaueres entnehmen Sie bitte ab Oktober den sozialen Medien oder der Homepage.

Montag, 4.Oktober bis Sonntag, 10. Oktober 2021, ab 18 Uhr
Wellnitz – Café & Bar, Lauteschlägerstraße 4, 64289 Darmstadt
Reservierungen unter 06151 6699255

Veranstaltet von Wellnitz – Café & Bar
Foto: Michael Burrows, pexels
Das Michel‘s Daily Delicious ist eine beliebte Mittagslocation für Darmstädter*innen mit gutem Geschmack. Täglich gibt es hier von 11.30 bis 14.30 Uhr eine wechselnde Mittagskarte sowie die leckere Frischetheke mit veganen Salat-Bowls, Sandwichs, verführerischen Kuchen und frischen Säften. Passend zum Festjahr haben sich die Köche Rodrigo und Ramon einen besonderen Speiseplan ausgedacht und bieten eine Woche lang Köstlichkeiten von A wie Adaschin (Linsen), über F wie Falaffel, bis hin zu Z wie Zimmes. Am besten, man isst sich die ganze Woche durch die Gerichte, eine Reservierung ist zu empfehlen.
Samstag, 6. November bis Donnerstag, 11. November 2021, ab 11.30 Uhr
Mittagstisch im Michel‘s Daily Delicious
Karlstraße 1, 64283 Darmstadt
Reservierungen unter: 06151 6015155

Veranstaltet von Michel‘s Daily Delicious
Foto: Ventil-Verlag
Wer hörte je vom berüchtigten jüdischen Räuberhauptmann Abraham Picard, dem sich selbst Schinderhannes unterordnete? Oder von der 1947 gegründeten jüdischen Berufsfachschule Masada in Darmstadt, in der Jugendliche, die Krieg und die Konzentrationslager überlebt hatten, auf ein Leben in Israel vorbereitet wurden?

Im Rahmen der von der Stadt Darmstadt ausgerichteten Feierlichkeiten zum bundesweiten Festjahr „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ entsteht die Anthologie „Nächstes Jahr in“, für die ungewöhnliche Episoden jüdischen Lebens zusammengetragen und in Comicstrips übersetzt werden. Ein Panorama jüdischer Geschichte in Deutschland – ein Blick auf die Vielfalt des Judentums.

Ohne Klischees zu bedienen blicken die Zeichner*innen auf religiöse Rituale, jüdische Kunst und Kultur, auf Alltagsantisemitismus, Verfolgung und Widerstand und nicht zuletzt auf jüdischen Humor. Mit Beiträgen von Barbara Yelin, Simon Schwartz, Moni Port, Hannah Brinkmann, Tobi Dahmen, Tine Fetz, Elke Renate Steiner, Büke Schwarz, Marie Hübner, Ka Schmitz, Hansjörg Brehm und anderen.

Meike Heinigk, Antje Herden,
Jonas Engelmann, Jakob Hoffmann (Hg.)
Nächstes Jahr in Comics und Episoden des jüdischen Lebens Erscheint im Ventil Verlag

Hardcover, farbig
Ca. 25 € (D), 25,70 € (A), 35,50 CHF
ISBN: 978-3-95575-159-3
Oktober 2021

ÜBER UNS

Initiatoren des Festjahres sind die Wissenschaftsstadt Darmstadt, die Jüdische Gemeinde Darmstadt sowie der Kulturfreunde Centralstation e.V.
Das Programm wird ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Logos Über Uns

Herausgeber:
Wissenschaftsstadt Darmstadt
Amt für Vielfalt und Internationale Beziehungen
Bad Nauheimer Straße 4
64289 Darmstadt

Visuelle Gestaltung:
Leander Lenz & Julia Wißwesser
mail@leanderlenz.de

Umsetzung der Webseite:
Vanmartensen – Digitale Konzepte
www.vanmartensen.com

Programmkoordination:
Iris Bachmann / Wissenschaftsstadt Darmstadt
Lutz Fichtner / Hessisches Landesmuseum
Vera Freund / Darmstadt Marketing
Meike Heinigk / Centralstation
Ludger Hünnekens / Wissenschaftsstadt Darmstadt
Patricia Latorre / Amt für Vielfalt und Internationale Beziehungen
Daniel Neumann / Jüdische Gemeinde Darmstadt
Kirsten Uttendorf / Staatstheater Darmstadt

Texte: 
Die Veranstalter*innen

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie vielen Darmstädterinnen und Darmstädtern ist bewusst, dass der jüdische Architekt des Berliner Pergamon-Museums der Darmstädter Alfred Messel war, der auch das Hessische Landesmuseum am Karolinienplatz gestaltete? Und dass der ebenfalls in Darmstadt geborene Jude Friedrich Gundolf der meistgelesene Germanist zu Zeiten der Weimarer Republik war? Wer weiß, dass der deutsch-jüdische Expressionist Ludwig Meidner seine drei letzten Lebensjahre Mitte der 1960er Jahre in Darmstadt verbrachte? Und dass das bedeutendste kulturelle Zentrum des mitteleuropäischen Judentums im Mittelalter sich nur ein paar Kilometer entfernt von Darmstadt in den Jüdischen Gemeinden Speyer, Worms und Mainz befand?

Wir knüpfen mit unserem Festjahr „100 Tage, 1700 Jahre!“ an bislang verschüttete jüdische Geschichten in und um Darmstadt an und möchten jüdisches Leben in Darmstadt sichtbar machen. Wir möchten Interesse für das jüdische Kulturerbe unserer Stadt wecken und damit auch die jüdische Identität Darmstadts stärken. Es gibt sehr vieles zu entdecken und zu erfahren, wenn wir gemeinsam 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland hier bei uns in Darmstadt feiern: das Programm des Festjahres umfasst rund 50 Veranstaltungen, darunter der Liederabend „Famous Musicians of Jewish Origin“ mit der Sopranistin Megan Marie Hart zur Eröffnung im Staatstheater am 5. September, die Ausstellung „Ich. Max Liebermann – Ein europäischer Künstler“ mit Rahmenprogramm im Landesmuseum, die Radiosendung „Jüdinnen in Darmstadt“ von Mathilde on Air, eine Exkursion der Volkshochschule zur Synagoge Mainz, einen Jiddisch-Schreibworkshop für Kinder sowie ein Konzert mit der Liedermacherin Dota Kehr, die Gedichte von Mascha Kaléko in der Centralstation vertont. Zwei Projekte begleiten uns über den gesamten Zeitraum des Festjahres: eine Comic-Anthologie zum Thema, gestaltet von Künstler*innen aus Darmstadt und darüber hinaus und ein Dokumentarfilm über das Festjahr von und mit jüdischen Jugendlichen aus Darmstadt.

Auschwitz, der organisierte Massenmord an 6 Millionen Juden und Hunderttausenden Sinti und Roma in Europa, ist ein beispielloses Menschheitsverbrechen, ein Zivilisationsbruch. Die Zeit des Nationalsozialismus war auch ein vollständiger Bruch in der europäischen Geistes- und Kulturgeschichte, die viele jüdische Künstler*innen und Wissenschaftler*innen seit Jahrhunderten bereichert und weiterentwickelt hatten. Auch bei uns in Darmstadt. Damit werden wir uns ebenfalls in verschiedenen Veranstaltungen auseinander setzen.

Es ist ein umfangreiches, ein ungewöhnliches, ein vielfältiges und ein phantasievolles Programm, das die Wissenschaftsstadt, die Centralstation und die Jüdische Gemeinde in Kooperation mit dem Hessischen Staatstheater und dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt sowie mit vielen zivilgesellschaftlichen Vereinen und Einzelpersonen auf die Beine gestellt haben.
Ich freue mich darauf, dieses Festjahr mit Ihnen zu feiern und gemeinsam mit Ihnen dieses wichtige Zeichen gegen Antisemitismus und für ein sichtbares jüdisches Leben in unserer Stadt zu setzen.

Mit besten Grüßen
Jochen Partsch
Oberbürgermeister

1700 Jahre jüdisches Leben in 100 Tagen. Es ist eine Herausforderung und eine Unmöglichkeit. Schließlich geht es darum, jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart auf deutschem und Darmstädter Boden zu beleuchten. Und da fangen die Schwierigkeiten schon an. Denn was sind Juden eigentlich? Wir sind Teil eines uralten Stammes, eines Volkes, einer Religion, einer Ethnie, einer Schicksalsgemeinschaft. Mal mehr, mal weniger. Es gibt uns gläubig wie atheistisch, traditionalistisch wie progressiv, links wie rechts, reich wie arm, klug wie dumm, kapitalistisch wie kommunistisch, egoistisch wie altruistisch. Wir sind liberal, konservativ oder orthodox, meistens aber paradox. „Jews are like everyone else, only more so” meinte Lionel Blue. Stimmt! Und auch wieder nicht! Und der amerikanische Philosoph Milton Himmelfarb schrieb sinngemäß: „Wir sind das kleinste Volk, wie es heißt. Und dennoch erscheinen wir größer als unsere bloße Zahl. Große Dinge scheinen mit unsund um uns herum zu geschehen.“ Die Welt kann ein Lied davon singen. Denn diese habenwir maßgeblich beeinflusst. Wir haben verändert, investiert, geopfert, befruchtet und beigetragen und wurden vertrieben, verachtet, missioniert, zwangskonvertiert oder vernichtet. Aber wir sind immer noch da. Wir sind ein bisschen wie das Licht. Man kann uns ausblenden, aber wir verschwinden nicht. Wir sind mal Welle und mal Teilchen und vor allem beides zusammen. In jedem Fall schwer zu beschreiben. Und noch schwerer zu verstehen! Aber wir sind da. Und vielleicht gelingt in 100 Tagen ja das Unmögliche. Zumindest ein bisschen davon.
 
Daniel Neumann
Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Darmstadt
In diesem Jahr feiern wir bundesweit das 1700-jährige Bestehen der jüdischen Gemeinde in Deutschland. Wie an vielen Orten in Deutschland haben sich auch in Darmstadt wichtige Institutionen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zusammengeschlossen, um dieses Ereignis gemeinsam zu begehen. Der Kulturfonds Frankfurt RheinMain freut sich, das in Darmstadt geplante und vielfältige Programm unterstützen zu können – von Ausstellungen, Konzerten, Vorträgen, Theaterperformances, kulinarischen Abenden, Filmbeiträgen bis hin zu Führungen und vielem mehr.  Als zentraler Kulturförderer im Rhein-Main-Gebiet ist es uns wichtig, jüdische Geschichte und Tradition sowie die Vielfalt jüdischen Kulturlebens heute sichtbar zu machen, Dialoge anzustoßen und Antisemitismus entgegenzuwirken. 
 
Karin Wolff
Geschäftsführerin
Kulturfonds Frankfurt RheinMain

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